Hirschlausfliege

Kürzlich im Wald traute ich meinen Augen nicht und war kurz vor einer Panikattacke. Auf Lottas Fell hatte sich eine scheinbar harmlose Fliege niedergelassen, die ich aber sofort als eine Hirschlausfliege enttarnt habe. In rasender Geschwindigkeit habe ich das Vieh von Lotta weggeschnippt und das Weite mit allen Dreien gesucht.

Ob ich hysterisch bin? Nö, aber das sind echt miese Viecher.

Knapp einen halben Zentimeter groß, befällt sie, wie ihr Name vermuten lässt, am liebsten Hirsche und anderes Wild. Aber auch vor Hunden, Pferden und Menschen macht sie keinen Halt!

Man erkennt sie an ihren zwei kleinen Flügeln, ihren hakenförmigen Beinen und ihrem „lausähnlichen“ Körperbau.

Hirschlausfliegen haben eine ganz besondere Angriffstaktik:

Sobald sie auf ihrem Wirt sitzen, werfen sie ihre Flügel ab und flitzen mit ihrem flachen Körper blitzschnell auf dem Wirt herum. Den Hunden ist es dadurch kaum möglich, sie abzuschütteln. Am besten hilft es dann den Hund abzuduschen und zu kämmen.

Die Stiche der Hirschlausfliege sind nicht nur unangenehm, sondern können auch Krankheitserreger übertragen.
Bei Wildtieren führt das Bakterium „Bartonella schoenbuchensis“ zu Hautentzündungen und einer Blutvergiftung. Bei Hunden konnten bisher noch keine schweren Erkrankungen mit den Bartonellen in Verbindung gebracht werden.
Nichtsdestotrotz können die Stiche Hunden schmerzhafte Entzündungen mit Pustelbildung verursachen, die vom Tierarzt behandelt werden müssen. Hunde drehen sich bei einem Stich oft ruckartig zu ihrer Rute um und versuchen, diese zu belecken oder sich zu kratzen.

Der Biss der kleinen Fliege dauert meist 15 bis 20 Minuten, dabei beißt das Mistvieh oft mehrfach zu und manchmal beißt sie sich auch fest, was direkt ein Fall für den Tierarzt ist.

Wenn Hirschlausfliegen einen schmackhaften Wirt gefunden haben, können sie sich bis zu einem Jahr auf ihm einnisten und bringen dort ihre Nachkommen zur Welt.

Wir probieren nun einen vorbeugenden Schutz mit einem Spray von Aniforte.

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